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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Montag, 21. Juli 2014 00:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 21. Juli 2014 11:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 3 Jura, westlicher Alpennordhang 21.07.14, 00 Uhr 22.07.14, 00 Uhr
Hochwasser 2 Aare unterhalb Bielersee, Aare unterhalb Thunersee, Emme, Saane 20.07.14, 12 Uhr 23.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Alpennordseite, Wallis 20.07.14, 12 Uhr 22.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Bielersee, Brienzersee, Murtensee, Neuenburgersee, Thunersee 21.07.14, 12 Uhr 23.07.14, 12 Uhr

Intensiver Dauerregen in der Westschweiz sowie Hochwassergefahr an Flüssen und Seen

Die Phase mit den heftigen Gewittern auf der Alpennordseite ist vorüber. Im Anschluss folgen nun in der Westschweiz Starkniederschläge bis Dienstagnacht. Die Niederschläge führen an den Fliessgewässern und Seen zu markanten Pegelanstiegen.

Wetter/Niederschläge

Aktuelle Situation

Ein aktiver Kaltfrontdurchgang bringt einen Wetterwechsel und leitet eine kurze Phase kühlen und regnerischen Wetters ein. Im Vorfeld dieser Kaltfront kam es am Sonntagnachmittag und -abend zu einer Phase mit heftigen Gewittern, welche nun am Sonntagabend um 24.00 Uhr endete. Während dieser Gewitterphase kam es zuerst im Jura, später auch im westlichen und zentralen Mittelland sowie in den westlichen und zentralen Voralpen zu teilweise heftigen Gewittern mit lokalem Hagelschlag und Sturmböen. Mit den durchziehenden Gewitterzellen wurden Böenspitzen zwischen 50 und 90 km/h gemessen. Die Niederschlagsmengen erreichten lokal zwischen 10 und 20 mm in 10 Minuten. Die gesamte Gewitterphase brachte im westlichen und zentralen Mittelland Niederschlagsmengen zwischen 30 und 40 mm, lokal auch über 50 mm. Im Genferseegebiet und dem Jura entlang wurden zwischen 10 und 30 mm gemessen, im Wallis zwischen 10 und 20 mm, lokal bis 40 mm. Die Mengen im Tessin betrugen zwischen 5 und 20 mm lokal bis 50 mm. In der Ostschweiz gab es nur schwache Gewitter und wenig oder gar kein Niederschlag, einzig in der Nordostschweizwurden bis 20 mm Niederschlag verzeichnet.

Im Westen folgt nun eine Phase mit intensivem Dauerregen auf den im nächsten Abschnitt eingegangen wird.

Prognose

Nach dem Kaltfrontdurchgang verbleiben die westlichen Landesteile zu Beginn der nächsten Woche im Zustrom feuchter Luftmassen aus Nordwest, wobei insbesondere entlang des zentralen und westlichen Jurabogens sowie, in geringerem Ausmass, des westlichen Alpennordhangs mit intensivem Dauerregen zu rechnen ist. Die zuletzt verfügbaren Modellrechnungen bestätigen in den gewarnten Gebieten Niederschlagssummen von verbreitet 50 bis 70 mm für den Montag. Insbesondere im Jura dürften die Niederschläge einen Schauercharakter aufweisen, so dass ein wesentlicher Anteil dieser Niederschlagsmengen innert kurzer Zeit fallen kann. Sollten einzelne kräftige Schauer wiederholt über dieselben Gebiete hinweg ziehen, können örtlich auch Niederschlagssummen über 70 mm auftreten. Die Schneefallgrenze sinkt im Verlauf der Nacht auf Montag vorübergehend auf 2700 Meter ab, um tagsüber wieder auf rund 3000 Meter anzusteigen und sich in dieser Höhenlage zu stabilisieren. In den östlich angrenzenden Gebieten ist am Montag vorerst mit starkem Regen von 30 bis 50 mm zu rechnen.

Am Dienstag lässt die Niederschlagsintensität im Westen nach und nimmt dafür am östlichen Alpennordhang sowie in der Nordostschweiz etwas zu. Die vorhergesagten Niederschlagssummen rechtfertigen jedoch für diese letzte Phase des Ereignisses keine Warnung.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Die Aare unterhalb des Bielersees ist noch stark erhöht. Ansonsten sind die Abflüsse der Fliessgewässer in den letzten Tagen stetig zurück gegangen und befinden sich mehrheitlich wieder auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau.

Prognose

Die Fliessgewässer auf der ganzen Alpennordseite und im Wallis werden auf die vorhergesagten Niederschläge rasch reagieren, da die Böden immer noch sehr feucht sind. Die Abflüsse von kleinen und mittleren Fliessgewässern können lokal über die Gefahrenstufe 2 ansteigen. Der kritische Zeitraum dauert von Sonntag, 12 Uhr bis Dienstag, 12 Uhr.

An der Saane und an der Emme ist am Montag mit Abflussspitzen im Bereich der Gefahrenstufe 2 zu rechnen. Die Aare unterhalb des Thuner- und Bielersees wird ansteigen. Zusätzlich zu den erhöhten Seeausflüssen werden die Zwischeneinzugsgebiete viel Wasser bringen. Der Abfluss der Aare wird wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum im Bereich der Gefahrenstufe 2 liegen.

Aufgrund der erhöhten Seezuflüsse werden die Seepegel ansteigen. Die Wasserstände von Brienzer-, Thuner, Murten-, Neuenburger- und Bielersee werden voraussichtlich bis etwa Montagabend den Schwellenwert zur Gefahrenstufe 2 erreichen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ab Dienstag der Vierwaldstättersee, die Reuss und der Rhein in die Gefahrenstufe 2 kommen.

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Bern 2 360 - 420 m³/s 21.07.14, 12:00 Uhr - 22.07.14, 12:00 Uhr
Aare-Hagneck 2 600 - 800 m³/s 21.07.14, 12:00 Uhr - 22.07.14, 12:00 Uhr
Aare-Murgenthal 2 700 - 800 m³/s 21.07.14, 06:00 Uhr - 23.07.14, 06:00 Uhr
Bielersee - Ligerz 2 429.6 - 430 m ü. M. 21.07.14, 18:00 Uhr - 22.07.14, 18:00 Uhr
Brienzersee - Ringgenberg 2 564.55 - 564.75 m ü. M. 21.07.14, 18:00 Uhr - 22.07.14, 12:00 Uhr
Emme-Wiler 2 150 - 300 m³/s 21.07.14, 06:00 Uhr - 23.07.14, 06:00 Uhr
Lac de Neuchâtel - Neuchâtel 2 429.75 - 430.05 m ü. M. 21.07.14, 18:00 Uhr - 22.07.14, 18:00 Uhr
Murtensee - Murten 2 429.80 - 430.1 m ü. M. 21.07.14, 18:00 Uhr - 22.07.14, 18:00 Uhr
Thunersee - Spiez 2 557.9 - 558.1 m ü. M. 21.07.14, 18:00 Uhr - 22.07.14, 12:00 Uhr

Massenbewegungen

Aktuelle Situation

Infolge der hohen Niederschlagsmengen im Juli sind die Böden immer noch feucht.

Prognose

Mit den zusätzlich erwarteten Niederschlägen werden die Schwellenwerte (Regensumme sowie -intensitäten) für die Auslösung von Hangrutschungen lokal und regional überschritten. Abgänge von Hangrutschungen sind im betroffenen Gebiet zu erwarten.

Kontextspalte