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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Sonntag, 27. Juli 2014 12:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 28. Juli 2014 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 2 Brienzersee, Vierwaldstättersee 27.07.14, 12 Uhr 30.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Aare unterhalb Bielersee, Aare unterhalb Thunersee 27.07.14, 12 Uhr 29.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 Hochrhein , Limmat, Sihl, Thur 27.07.14, 12 Uhr 29.07.14, 12 Uhr
Hochwasser 2 östlicher Alpennordhang, östliches Mittelland 27.07.14, 12 Uhr 28.07.14, 12 Uhr

Vorübergehende Beruhigung der Wetterlage. Am Montag Nachmittag wiederum steigende Abflüsse am Alpennordhang, im Wallis und im Tessin

Die Regenwarnung in der Ostschweiz sowie die Warnung für die Emme werden aufgehoben. Von Montag Vormittag bis Dienstag fällt im Tessin, im Wallis sowie am Alpennordhang kräftiger Regen. Dieser führt in den betroffenen Gebieten ab Montag Nachmittag wiederum zu steigenden Abflüssen. Weiterhin erhöhte Abflüsse in der Sihl, der Limmat und dem Hochrhein wegen kontrollierter Vorentlastung der Seen.

Wetter/Niederschläge

Aktuelle Situation

In den vergangenen 24 Stunden hat ein kleinräumiges Höhentief die Schweiz von Nordwest nach Südost überquert und erneut teils intensive Niederschläge ausgelöst. Im Zeitraum von Samstagmorgen bis Sonntagmorgen wurden folgende Mengen gemessen: Berner Voralpen 20 bis 40, lokal bis 60 mm; Alpennordhang vom Kanton Schwyz ostwärts, südliches Thurgau, Teile des Prättigaus 30 bis 60 mm, im Alpstein und Rheintal lokal bis 80mm. In den übrigen Gebieten der Schweiz waren die Mengen mit 5 bis 15 mm deutlich tiefer. Die Schneefallgrenze lag auf rund 3000 Metern.

Die Niederschläge haben am Sonntagvormittag auch in der Bodenseeregion nachgelassen, am Sonntagnachmittag sind in der Zentral- und Ostschweiz weiterhin lokale Schauer möglich, sonst bleibt es bis Montagmorgen weitgehend trocken.

Prognose

Im Laufe des Montags erfasst von Frankreich her das nächste Höhentief und die dazugehörige Kaltfront die Schweiz. Damit werden erneut teils intensive Niederschläge ausgelöst, welche in einer ersten Phase auch von Gewittern durchsetzt sind. Sowohl die Niederschlagsverteilung als auch die erwarteten Mengen sind mit einigen Unsicherheiten behaftet. Im Zeitraum von Montagmittag bis Dienstagmittag dürften weite Teile des Alpennordhangs, das Wallis, das Gotthardgebiet sowie Teile des Tessins vom Niederschlag betroffen sein. Die erwarteten Mengen liegen zwischen 30 und 60 mm, in Regionen mit Gewittern auch höher und werden vorerst mit einer Stufe 2 bewarnt. 

Die Schneefallgrenze liegt bei Niederschlagsbeginn auf rund 3200 Metern und sinkt im Norden bis am Dienstagmorgen auf 2400 bis 2700 Meter ab. Im Süden bleibt sie auf rund 3000 Metern.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Die Aare hat eine weiterhin stark erhöhte Wasserführung, insbesondere in den Ausflussbereichen von Bieler-, Thuner- und Brienzersee. Der Wasserstand des Brienzersees hat sich knapp unterhalb der Gefahrenstufe 2 stabilisiert. Der Pegel des Vierwaldstättersee hat sich hingegen seit gestern weiter erhöht. Er befindet sich nun im Bereich der Gefahrenstufe 2.

Die in der Nacht auf Sonntag durchgeführten Massnahmen zur Ausflusserhöhung an Zürich- und Sihlsee (Vorentlastungen) haben insbesondere die Wasserführungen von Sihl und Limmat, aber auch jene im unteren Aare-Abschnitt und am Hochrhein erhöht. Die Abflüsse stabilisieren sich derzeit unterhalb der Schwelle zur Gefahrenstufe 2.

Die Niederschläge im östlichen Mittelland haben vor allem die Abflüsse an der Thur ansteigen lassen. Die Abflussspitze hat inzwischen Andelfingen passiert. Sie verblieb unterhalb der Gefahrenstufe 2. Derzeit dauern die Niederschläge in dieser Region noch an, so dass die bestehende Warnung weiter beibehalten wird.

Da heute keine weiteren relevanten Niederschläge am westlichen und zentralen Alpennordhang erwartet werden, können auch die Dispositionswarnungen für diese Regionen sowie die Warnung für die Emme aufgehoben werden.

 

Prognose

Aufgrund der Wettervorhersage ist am Sonntag mit vorübergehend sinkenden Abflüssen zu rechnen. Ausgenommen davon sind die Seeausflüsse, welche weiterhin auf stark erhöhtem Niveau reguliert werden. Für die Aare, die Sihl, die Limmat und auch den Hochrhein werden die Warnungen der Gefahrenstufe 2 beibehalten. Dies gilt auch für den Brienzer- und Vierwaldstättersee.

Ab Montag werden verbreitete Abflussanstiege erwartet, zunächst für die Fliessgewässer im Wallis, im Tessin und und in den Regionen des westlichen und zentralen Alpennordhangs. Im Tagesverlauf des Montags werden auch für die weiter östlich gelegenen Gebiete markante Abflussanstiege an allen Flüssen vorhergesagt. Die zunehmenden Seezuflüsse werden die Seen weiter ansteigen lassen, insbesondere den Boden-, Brienzer- und Vierwaldstättersee.

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Brügg 2 570 - 600 m³/s 27.07.14, 12:00 Uhr - 29.07.14, 12:00 Uhr
Brienzersee - Ringgenberg 2 564.70 - 564.90 m ü. M. 29.07.14, 00:00 Uhr - 30.07.14, 12:00 Uhr
Limmat-Baden 2 320 - 400 m³/s 27.07.14, 12:00 Uhr - 29.07.14, 12:00 Uhr
Rhein-Basel 2 2500 - 3000 m³/s 29.07.14, 00:00 Uhr - 30.07.14, 12:00 Uhr
Sihl-Zürich 2 100 - 170 m³/s 27.07.14, 12:00 Uhr - 29.07.14, 12:00 Uhr
Vierwaldstättersee - Luzern 2 434.05 - 434.20 m ü. M. 29.07.14, 00:00 Uhr - 30.07.14, 12:00 Uhr

Massenbewegungen

Aktuelle Situation

Aufgrund der gefallenen Niederschläge sind die Böden weiterhin weitgehend wassergesättigt.

Prognose

Die Kombination von erhöhtem Schauer- und Gewitterrisiko und hoher Wassersättigung der Böden kann weiterhin zu lokalen Hangrutschungen führen.

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