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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Dienstag, 31. März 2015 18:15 Uhr
Nächste Information: Mittwoch, 1. April 2015 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 3 Alpennordhang, Jura 29.03.15, 12 Uhr 01.04.15, 12 Uhr
Schnee 3 Alpennordhang 29.03.15, 12 Uhr 01.04.15, 12 Uhr
Wind 3 Alpen 29.03.15, 18 Uhr 01.04.15, 12 Uhr
Wind 3 Zentrale Voralpen 30.03.15, 22 Uhr 01.04.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 westlicher Jura 29.03.15, 18 Uhr 01.04.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Alpennordhang, östliches Mittelland 29.03.15, 18 Uhr 04.04.15, 12 Uhr

Stürmischer Westwind in den Bergen, intensiver Regen am Alpennordhang, anhaltender Schneefall in Berglagen, Hochwassergefahr auf der Alpennordseite

Stürmischer Wind in den Bergen, am Alpennordhang anhaltender Regen, in Berglagen Schnee. Entwarnung Stufe 3 stürmischer Wind im Flachland der Deutschschweiz. Entwarnung der Thur. Hochwassergefahr an kleinen und mittleren Flüssen der Alpennordseite.

Wetter

Aktuelle Situation

Der Alpenraum liegt unter einer starken bis stürmischen West- bis Nordwestströmung. Darin eingelagert überquerte heute ein Sturmtief Mitteleuropa und bewirkte auf der Alpennordseite einen kräftigen Weststurm.

Im Flachland traten Windspitzen von 90 bis 110 km/h auf, in exponierten Lagen örtlich auch über 120 km/h. In den Bergen waren die Windspitzen erwartungsgemäss weit höher. Die höchste Böenspitze wurde dabei auf dem Crap Masegn mit 165 km/h erreicht. In einem ähnlichen Bereich lag die Sturmspitze mit 161 km/h auf dem Gornergrat. Sonst wurden recht verbreitet mehr als 140 km/h gemessen. Im Weiteren fielen im Flachland der Alpennordseite in den letzen 48 Stunden verbreitet 10 bis 20 mm Niederschlag, im Jura 40 bis 80 mm und am Alpennordhang 60 bis 90 mm, in den extremen Staugebieten bis 100 mm.

Prognose

Wind:

Die Kaltfront hat nun die Alpennordseite erreicht, dahinter lassen die Winde deutlich nach. Deshalb wird die Stufe 3 Windwarnung fürs Flachland aufgehoben. Immerhin sind aber weiterhin Windspitzen von 70 bis 90 km/h möglich, was einer Stufe 2 Windwarnung entspricht. In höheren Lagen, oberhalb von 1800 Metern dauert der Sturm weiterhin an, dabei sind bis Mittwochmittag Böen von 130-160 km/h zu erwarten. In den Alpen bleibt deshalb die Stufe 3 Windwarnung bis Mittwochmittag aktiv.

Niederschlag:

Die zugeführte Feuchtigkeit wird am Alpennordhang weiterhin gestaut. Zwischen Dienstag- und Mittwochmittag fallen am Alpennordhang nochmals 15 bis 30, lokal bis 40 mm Regen - verbunden mit den stürmischen Winden gibt es lokal grosse Unterschiede. In den Berglagen des Alpennordhangs oberhalb von 1800 bis 2000 Metern fallen entsprechend 15 bis 30 cm Neuschnee, lokal bis 40 cm auch hier ist mit grossen regionalen Unterschieden. Im Jura sind die erwarteten Niederschlagsmengen deutlich geringer, sodass die bestehende Stufe 3 Warnung für intensiven Regen aufgehoben ist.

Schnee

Aktuelle Situation

Die Schneelagengrenze liegt zurzeit bei ca. 1200 m. Das Schneewasseräquivalent ist im langjährigen Vergleich in allen Regionen unterdurchschnittlich, mit Ausnahme der Region Tessin, in der das Schneewasseräquivalent nach wie vor überdurchschnittlich ist. Aktuell ist die Schneedecke unterhalb 1600 m - 2000 m vollständig durchfeuchtet. Mehrheitlich trocken ist die Schneedecke dagegen oberhalb von rund 2000 m - 2300 m.

Prognose

Heute liegen die Schneeschmelzmengen im regionalen Mittel im Bereich von 10 mm, wobei in Gebieten, in denen es in die Schneedecke regnet, lokal bis 20 mm Schmelzmengen erreicht werden. Dabei werden die grössten Schmelzmengen in Höhen von 1300 m – 2100 m erwartet mit abnehmenden Mengen bis ca. 2500 m. Am Mittwoch werden die Schmelzmengen im regionalen Mittel nur gering sein.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Am Montag stiegen zahlreiche Fliessgewässer auf der Alpennordseite an. Die Anstiege fielen teilweise deutlich aus. Insbesondere in der Westschweiz kam es in kleinen und mittleren Fliessgewässern zu Ausuferungen und lokalen Überschwemmungen. An den Pegeln der Thur wurde die Gefahrstufe 2 hingegen nicht ganz erreicht. Die Warnung für die Thur wird aufgehoben. Seit Montagabend sinken die Wasserstände der Fliessgewässer in den betroffenen Gebieten aufgrund einer vorübergehenden Niederschlagspause. Die Pegel der Seen steigen infolge der erhöhten Zuflüsse noch weiter an. Deren Wasserstände liegen allerdings noch deutlich unterhalb der Gefahrenstufen.

 

Prognose

Die Niederschlagspause bis Dienstagabend führt zu sinkenden Pegeln an den betroffenen Fliessgewässern. Ab Dienstagabend und am Mittwoch ist mit erneuten Abflussanstiegen zu rechnen, insbesondere in schnell reagierenden kleineren Einzugsgebieten mit gesättigten Böden am Alpennordhang. Auch für Donnerstag und die folgenden Tage werden für den zentralen und östlichen Alpennordhang wiederholte Abflussanstiege vorhergesagt. An grösseren Gewässern werden jedoch nach derzeitiger Einschätzung keine Warnstufen erreicht.

 

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