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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Mittwoch, 13. Mai 2015 12:00 Uhr
Nächste Information: Donnerstag, 14. Mai 2015 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 4 Aare unterhalb Bielersee 13.05.15, 12 Uhr 15.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Bielersee, Murtensee, Neuenburgersee 13.05.15, 12 Uhr 15.05.15, 12 Uhr

Weiterhin erhöhte Pegelstände der Jurarandseen.

Die Wasserstände der Jurarandseen sind seit Montag weiter zurückgegangen, befinden sich aber noch auf stark erhöhtem Niveau. Am Murten-, Neuenburger- und Bielersee gilt die Gefahrenstufe 2. Der Ausfluss des Bielersees wird weiterhin auf hohem Niveau reguliert. Von Donnerstagabend bis Samstagmorgen werden neue Niederschläge erwartet.

Wetter

Aktuelle Situation

Mit einer starken west-südwestlichen Höhenströmung wird am Mittwoch und Donnerstag zunächst noch warme und labile Luft zum Alpenraum geführt. In dieser Luftmasse bilden sich vom Mittwochabend bis Donnerstagabend besonders im Norden einzelne, potentiell heftige Gewitter.

Eine Kaltfront erreicht die Alpennordseite in der Nacht auf Freitag. Die Schauer- und Gewitteraktivität verlagert dann ihren Schwerpunkt auf die Alpensüdseite, wo von Freitagmorgen bis in die Nacht auf Samstag erneut kräftige Schauer und Gewitter niedergehen.

Am Samstag steigt der Luftdruck und die Niederschläge lassen im Tagesverlauf beidseits der Alpen nach.

Prognose

Alpennordseite und Alpen:

Am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag ist in den nordöstlichen Landesteilen mit einzelnen, aber potentiell heftigen Gewittern zu rechnen. Auf Grund der zu erwartenden Dynamik dieser Gewitterzellen geht das Gefahrenpotential in erster Linie von grossem Hagel und Sturmböen aus. Als Folgeerscheinung der Hagelzüge können auch lokale Überschwemmungen auftreten. Nach einer kurzen Phase der Wetterberuhigung nimmt am Donnerstagnachmittag und -abend die Schauer- und Gewitterneigung in der ganzen Schweiz wieder zu, das Risiko für heftige Gewitter ist auf der Alpennordseite jedoch geringer als am Mittwochabend. Von Donnerstagabend bis Samstagmorgen stellt sich regnerisch-trübes Wetter ein. Über beide Tage hinweg fallen im Flachland und inneralpin zwischen 10 und 30 mm Regen, am meisten Niederschlag wird am Alpennordhang mit 30 bis 50 mm erwartet. Die Schneefallgrenze sinkt am Freitag vorübergehend auf 900 bis 1400 Meter ab, steigt am Samstag aber wieder gegen 2000 Meter an.

Alpensüdseite:

Ab Donnerstagabend bis in die Nacht auf Samstag entwickeln sich wiederholt Gewitter, die mehrfach kräftigen Regen bringen. Gesamthaft muss auf der Alpensüdseite mit Niederschlagssummen von 40 bis 70 mm, im Mittel- und Südtessin lokal 70 bis 100 mm gerechnet werden. Die Schneefallgrenze liegt meist über 2000 Metern und sinkt in der Nacht auf Samstag gegen 1700 Meter ab.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Lage

Die Hochwasserlage an den Jurarandseen hat sich seit Montag dank trockener Witterung und einem erhöhtem Ausfluss aus dem Bielersee weiter entspannt. Der Ausfluss aus dem Bielersee wurde in den letzten Tagen auf hohem Niveau zwischen 720 und 750 m3/s reguliert. Dies führte zu einem kontinuierlichen Absinken der Wasserstände der Jurarandseen. Der Pegel des Neuenburgersees ist in den letzten Tagen 8 cm pro Tag gesunken und befindet sich aktuell noch in der Gefahrenstufe 3. Der Murten- und der Bielersee liegen in der Gefahrenstufe 2.

Prognose

Um die Jurarandseen weiter zu entlasten, wird der Ausfluss des Bielersees weiterhin auf hohem Niveau reguliert. Deshalb werden für die Aare bis zur Mündung der Emme die Gefahrenstufe 4 und bis zur Mündung in den Hochrhein die Gefahrenstufe 2 beibehalten. Die Wasserstände der Jurarandseen sinken bis am Donnerstagabend weiter. Der Pegel des Neuenburgersees unterschreitet im Verlaufe des Mittwochs die Gefahrenstufe 3 und wird neu mit der Gefahrenstufe 2 bewarnt. Am Bieler- und Murtensee gilt weiterhin die Gefahrenstufe 2.

Aufgrund der prognostizierten Niederschläge von Donnerstag bis Samstag muss damit gerechnet werden, dass die Zuflüsse zu den Jurarandseen am Freitag wiederum ansteigen und zwischenzeitlich eine Drosselung der Aare am Wehr Port erfolgen wird. Dies würde dann am Bielersee ein Ansteigen des Seepegels bewirken.

Kontextspalte