menu

jump links

selected

Content

Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Montag, 1. Februar 2016 03:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 1. Februar 2016 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 3 Thur 31.01.16, 12 Uhr 01.02.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Alpennordhang, Jura, Mittelland 31.01.16, 06 Uhr 01.02.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Rhein-Basel 31.01.16, 12 Uhr 01.02.16, 12 Uhr

Mässige bis erhebliche Hochwassergefahr auf der Alpennordseite

Die Niederschläge haben nachgelassen und enden am Montagvormittag. Die Schneefallgrenze ist auf rund 2200 Meter gestiegen. Die Wasserstände der Flüsse sind gestiegen. Die stärksten Anstiege werden im Einzugsgebiet der Thur erwartet.

Wetter

Aktuelle Situation

Eingelagert in einer starken west- bis nordwestlichen Höhenströmung hat am Sonntag eine aktive Warmfront von Westen her den Alpenraum erfasst. Die Störung zieht nun ostwärts weiter, damit lassen die Niederschläge rasch nach und enden am Montagvormittag.
Seit Niederschlagsbeginn am Samstagabend sind in den gewarnten Regionen 40 bis 70 mm Niederschlag gefallen, vom Glarnerland bis zum Alpstein sowie im nördlichen Wallis wurden stellenweise 90 mm gemessen. Die Schneefallgrenze ist im Laufe des Sonntags von West nach Ost allmählich auf rund 2200 Meter angestiegen.

Der West- bis Nordwestwind wehte stürmisch, in höheren Gipfel und Kammlagen vorübergehend orkanartig. Dabei wurden auf dem Jungfraujoch Böenspitzen von knapp 170 km/h erreicht, sonst wurden 115 bis 135 km/h gemessen.

Prognose

In der Nacht auf Montag haben die Niederschläge rasch nachgelassen. Bis Mitte Vormittag fallen den östlichen Voralpen und Alpen entlang noch einmal 5 bis maximal 10 mm Regen. In der Folge ist es - wie bereits in den übrigen Regionen - trocken. Der Dienstag verläuft trocken, am Mittwoch fällt bei sinkender Schneefallgrenze erneut Niederschlag. Dabei werden aber vermutlich keine Warnschwellen erreicht.

Schneehydrologie

Aktuelle Situation

Die mittlere Schneelagengrenze lag heute Morgen auf der Alpennordseite zwischen 700m und 1000m. Oberhalb von etwa 1700m ist die Schneedecke mehrheitlich trocken, darunter ist sie durchfeuchtet.

Prognose

Am Sonntag kommt es zu Niederschlägen in weiten Teilen der Schweiz. Mit Anstieg der Temperaturen gehen im Verlauf des Sonntags zunächst im Westen, später auch im Osten der Schweiz die Schneefälle in Regen über. Zusätzlich herrschen stark windige Verhältnisse. Dabei schmilzt der gefallene Neuschnee vom Berner Mittelland bis zum Bodensee bis Montagmorgen. Die Schneeschmelzmengen bleiben bis Montagmorgen hoch: entlang des Juras unterhalb von 1600m bis zu 30mm, im Berner Oberland und in der Zentralschweiz unterhalb 1800m bis zu 25mm, im nordöstlichen Mittelland und den angrenzenden Voralpen unterhalb von 1800m bis zu 40mm.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Seit Samstagnacht steigen die Abflüsse auf der Alpennordseite an, insbesondere im Jura und im Einzugsgebiet der Thur. Da die Schneefallgrenze am Sonntagmorgen im Osten bis in tiefe Lagen gesunken ist, gehen die Abflüsse in diesen Regionen vorübergehend etwas zurück.  

Prognose

Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge werden die Abflüsse auf der Alpennordseite in den Einzugsgebieten unterhalb von rund 2000 Metern weiter ansteigen. Betroffen sind insbesondere die kleinen und mittleren Flüsse. Im Osten wurde am Sonntagmorgen wegen der tiefen Schneefallgrenze der Niederschlag vorübergehend als Schnee gespeichert. Mit der steigenden Schneefallgrenze im Verlauf des Sonntags schmilzt dieser Schnee wieder und kommt zu den Niederschlägen hinzu. Deshalb werden im Einzugsgebiet der Thur die stärksten Abflussanstiege erwartet und die Gefahrenstufe der Thur auf 3 erhöht. Deren Abflussspitze wird in der Nacht von Sonntag auf Montag erwartet.

Die Wasserführungen der Birs und der Sihl werden ebenfalls markant zunehmen, aber voraussichtlich knapp unterhalb der Gefahrenstufe 2 bleiben. An der Emme und der Kleinen Emme werden etwas weniger markante Abflussanstiege erwartet.

In Folge der hohen Zuflüsse aus der Thur und dem Jura wird der Rhein in Basel in den frühen Morgenstunden des Montags die Gefahrenstufe 2 voraussichtlich knapp erreichen. Die anderen grossen Mittellandflüsse werden unterhalb der Gefahrenstufe 2 bleiben.

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Rhein-Basel 2 2200 - 2600 m³/s 31.01.16, 22:00 Uhr - 01.02.16, 06:00 Uhr
Thur-Andelfingen 3 550 - 750 m³/s 31.01.16, 22:00 Uhr - 01.02.16, 04:00 Uhr
Thur-Halden 3 500 - 700 m³/s 31.01.16, 20:00 Uhr - 01.02.16, 02:00 Uhr

Kontextspalte