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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Montag, 10. Juni 2019 15:35 Uhr
Nächste Information: Dienstag, 11. Juni 2019 11:00 Uhr


Verbreitet mässige Hochwassergefahr. Gewittrig durchsetzter Starkregen im Süden und in den zentralen Alpen. 

Ab Montagabend besteht im Tessin, an der oberen Rhone und in den nördlich angrenzenden Gebieten Hochwassergefahr. Von Montagmittag bis Dienstagabend werden im zentralen Alpenraum 50 bis 80 mm, lokal bis 110 mm Regen erwartet, im Süden bis Mittwochmorgen 100 bis 250 mm. Sowohl die Regenmengen als auch die Verteilung des Niederschlags sind unsicher. 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 3 Brigels, Lugnez-Valsertal, Oberwallis, Rheinwaldgebiet, Riein-Safiental, südliches Wallis, zentraler Alpennordhang 10.06.19, 12 Uhr 11.06.19, 18 Uhr
Regen 3 Alta Valmaggia, Bellinzonese, Blenio, Leventina, Locarnese, Riviera 10.06.19, 12 Uhr 11.06.19, 12 Uhr

Wetter  (Stand: 10.06.2019, 15:35 Uhr)

Aktuelle Situation

Mit einer mässigen bis starken, von Südwest auf Süd drehenden Höhenströmung gelangt zunehmend feuchte und instabil geschichtete Luft aus dem Mittelmeerraum zur Alpensüdseite und zu den Alpen.
 

Prognose

Die gewittrig durchsetzten Niederschläge intensivieren sich im Laufe des Pfingstmontags. Bis am Dienstagabend fallen in den zentralen Alpen voraussichtlich 50 bis 80 mm, lokal bis 100 mm, im Simplongebiet und im Oberwallis 60 bis 110 mm Regen. Auf der Alpensüdseite sind bis Mittwochmorgen 100 bis 250 mm Regen zu erwarten. Nördlich des Alpenhauptkamms wird der Niederschlag mit einer Stufe 3 bewarnt, auf der Alpensüdseite aufgrund der höheren Warnlimiten mit einer Stufe 2. Aufgrund der ausgeprägten gewittrigen Komponente wurde auf der Alpensüdseite und am Alpenhauptkamm zusätzlich eine Vorwarnung für heftige Gewitter ausgegeben. Aufgrund des gewittrigen Charakters sind sowohl die erwarteten Niederschlagsmengen als auch deren Verteilung mit grösseren Unsicherheiten behaftet.

Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 3000 und 3200 Metern, im Süden teils höher. Sie sinkt gegen Ende vom Ereignis vor allem in den nördlichen Regionen auf 2600 bis 2900 Meter ab.
 

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 10.06.2019, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Im Tessin und dem Einzugsgebiet des Alpenrheins stiegen die Wasserstände vieler Flüsse im Laufe der Nacht auf Pfingstmontag aufgrund der intensiven Niederschläge innerhalb kurzer Zeit deutlich an. Aktuell sind diese wieder zurückgegangen, befinden sich aber noch auf erhöhten Niveaus.

Nördlich der Alpen befinden sich die Abflüsse aktuell noch auf saisonal durchschnittlichen oder leicht unterdurchschnittlichen Niveaus.

Nachdem die starke Schneeschmelze die hiervon betroffenen Seen in der zurückliegenden Woche deutlich ansteigen liessen, stabilisierten sich deren Wasserstände ab Freitag. Die Pegel des Vierwaldstättersees, sowie des Walen- und Brienzersees sind seitdem infolge der trockenen Witterung und der zurückgegangenen Lufttemperaturen deutlich gesunken.

Die Schneemengen liegen in der Schweiz weiterhin über den langjährigen Mittelwerten, insbesondere im Einzugsgebiet des Alpenrheins regional deutlich.

 

Prognose

Die aktuellen Wasserstandvorhersagen weisen aufgrund der räumlich und mengenmässig weiterhin sehr unsicheren Niederschlagsentwicklung eine sehr grosse Spannbreite auf.

Die vorhergesagten Niederschläge führen in Verbindung mit einer hohen Nullgradgrenze zu deutlichen Pegelanstiegen. In Regionen, in denen es in die Schneedecke regnet, kann dies durch eine intensivierte Schneeschmelze verstärkt werden.

Nach aktueller Einschätzung sind deutliche Pegelanstiege ab Montagabend insbesondere an den Tessiner Gewässern, im oberen Einzugsgebiet der Rhone und in den nördlich angrenzenden Regionen zu erwarten.

Für mehrere Flussabschnitte und Seen besteht die Gefahr, dass die Wasserstände in diesen Regionen bis in die Gefahrenstufe 2 steigen.

Insbesondere im Bereich von Gewittern mit hohen Niederschlagsintensitäten werden auch kleinere Gewässer sehr schnell ansteigen.

Die in diesen Regionen liegenden Seen werden wieder ansteigen, insbesondere die Seen im Tessin, sowie der Vierwaldstättersee, der Brienzer- und der Thunersee. Diese Seen könnten bis in die Gefahrenstufe 2 steigen. Auch der Wasserstand des Walensees kann wieder deutlich steigen.

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Brienzersee 2 564.6 - 564.9 m ü. M. 11.06.19, 12:00 Uhr - 12.06.19, 12:00 Uhr
Inn-Martina 2 250 - 280 m³/s 11.06.19, 00:00 Uhr - 00:00 Uhr
Maggia-Locarno 2 500 - 1000 m³/s 10.06.19, 22:00 Uhr - 11.06.19, 06:00 Uhr
Reuss-Seedorf 2 250 - 350 m³/s 11.06.19, 00:00 Uhr - 10:00 Uhr
Rhein-Domat Ems 2 600 - 900 m³/s 11.06.19, 03:00 Uhr - 15:00 Uhr
Rhone-Brig 2 200 - 300 m³/s 10.06.19, 22:00 Uhr - 11.06.19, 06:00 Uhr
Rhône-Sion 2 350 - 500 m³/s 11.06.19, 06:00 Uhr - 12:00 Uhr
Thunersee 2 557.9 - 558.10 m ü. M. 11.06.19, 12:00 Uhr - 12.06.19, 12:00 Uhr
Ticino-Bellinzona 2 400 - 800 m³/s 10.06.19, 22:00 Uhr - 11.06.19, 06:00 Uhr
Vierwaldstättersee 2 434 - 434.2 m ü. M. 12.06.19, 00:00 Uhr - 00:00 Uhr

Massenbewegungen  (Stand: 10.06.2019, 11:00 Uhr)

Prognose

Gewitter mit sehr hohen Niederschlagsintensitäten können Rutschungen oder Hangmuren auslösen.

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