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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Donnerstag, 13. Juni 2019 11:00 Uhr
Nächste Information: Freitag, 14. Juni 2019 11:00 Uhr


Langsame Beruhigung der Hochwasserlage an den Flüssen 

Weiterhin Hochwassergefahr an Vierwaldstätter-, Walen- und Bodensee 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 3 Bodensee 12.06.19, 12 Uhr 17.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Vierwaldstättersee, Walensee 12.06.19, 12 Uhr 14.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Linthkanal, Reuss von Vierwaldstättersee bis Mündung Kleine Emme, Rhein von Bodensee bis Mündung Thur 12.06.19, 12 Uhr 17.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Inn-Martina 13.06.19, 12 Uhr 14.06.19, 12 Uhr

Wetter  (Stand: 13.06.2019, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die starke südliche Höhenströmung drehte von gestern auf heute von Süd auf Südwest und das steuernde Tief zog mit seinem Kern von der Bretagne in Richtung Nordsee. Damit liess die Zufuhr feuchter und labil geschichteter Luft nach.

Am Mittwoch fielen nach 11 Uhr in einem Streifen vom Oberengadin und Münstertal bis zum Prättigau nur noch 5 bis 15 mm Regen. Sonst gab es kaum noch nennenswerte Niederschläge, einzig vom Simplongebiet sowie vom Saanenland her gab es in der zweiten Tageshälfte lokal noch Schauer und Gewitter. Am Donnerstag blieb es bis 11 Uhr meist trocken.

Während dem ganzen Ereignis zwischen Sonntagmittag und Mittwochabend wurden die grössten Niederschlagsmengen im Raum Binntal, Maggiatal, Bedretto und Urseren/Gottharrdgebiet sowie im Misox und Bergell mit 150 bis 190 mm gemessen. In den direkt angrenzenden Gebieten vom Simplon über das Obergoms und  Grimselgebiet, das Urner Oberland  bis zum Tavetsch, Vals und Rheinwald waren es total 90 bis 140 mm. Aber auch in den übrigen Landesteilen kamen verbreitet insgesamt 30 bis 80 mm zusammen. Die Schneefallgrenze lag während der Hauptphase des Ereignisses zwischen 2500 und 3500 Metern.

Prognose

Heute Donnerstag bleibt es mit einem Zwischenhoch in der ganzen Schweiz meist trocken. Am Freitag stellt sich im Alpenraum auf der Vorderseite einer Tiefdruck- und Störungszone eine Föhnlage ein. Dabei werden in Juranähe bereits ab der zweiten Nachthälfte, ab dem Abend dann auch auf der Alpensüdseite 5 bis 10 mm, vom Simplon- bis zum Maggiagebiet mit eingelagerten Schauern und Gewittern auch 10 bis 30 mm erwartet. Die Schneefallgrenze liegt bei 3200 bis 3700 Metern. Am Samstag werden mit der aus Westen durchziehenden Kaltfront 20 bis 30, lokal mit Schauern und Gewittern auch bis 40 mm Regen erwartet, ganz im Osten - mit Föhn zu Beginn - weniger. Die Schneefallgrenze sinkt dabei von 3200 auf 2700 Meter. Am Sonntag dürften am zentralen und östlichen Alpennordhang sowie in Nordbünden staubedingt nochmals 10 bis 20, lokal bis 30 mm dazukommen. Die Schneefallgrenze liegt dabei bei 2700 Metern. Ab Montag stellt sich dann im ganzen Land meist trockenes Sommerwetter ein.

 

 

 

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 13.06.2019, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die intensiven gewittrig durchsetzten Niederschläge die bis Mittwochnachmittag in Graubünden anhielten, führten in Kombination mit einer intensiven Schneeschmelze zu teils sehr starken Abflussanstiegen in den Zuflüssen zum Alpenrhein, des Inns sowie des Ticinos. So wurden an mehreren Pegeln am Hinterrhein und oberen Alpenrhein die Gefahrenstufe 3, teilweise die Gefahrenstufe 4 erreicht.  Auch an der Moesa sowie am Unterlauf des Inns stiegen die Wasserstände vorübergehend bis in die Gefahrenstufe 4. Seit Mittwochabend sind in allen vom Hochwasser betroffenen Gebiete die Abflüsse am sinken.
 

Aufgrund des hohen Zuflusses des Alpenrheins ist der Bodensee seit gestern markant angestiegen und befindet sich aktuell in der Gefahrenstufe 2. Ebenfalls angestiegen ist der Pegel des Walen- und des Vierwaldstättersees. Die Wasserstände dieser Seen liegen momentan in der Gefahrenstufe 2.  

 

Prognose

Die mehrheitlich trockene Witterung bis am Freitag sorgt für eine weitere Beruhigung der Lage. Dementsprechend sinken die Abflüsse weiter.

Der Inn wird ab Donnerstagmittag mit der Gefahrenstufe 2 bewarnt. Die Hochwasserwarnungen für den Alpenrhein sowie die regionalen Hochwasserwarnungen für kleine und mittlere Flüsse in der Zentral- und Ostschweiz werden aufgehoben. 

Der Pegel des Bodensees wird weiter ansteigen und bis am Freitag die Gefahrenstufe 3 erreichen. Der Vierwaldstätter- und der Walensee sowie die Seeausflüsse dieser Seen sowie des Bodensees werden weiterhin mit der Gefahrenstufe 2 bewarnt.

 

 

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Bodensee (Obersee) - Romanshorn 3 396.85 - 397.00 m ü. M. 13.06.19, 12:00 Uhr - 14.06.19, 12:00 Uhr

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