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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Freitag, 14. Juni 2019 12:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 17. Juni 2019 12:00 Uhr


Hochwasserlage entspannt sich nur zögerlich 

Weiterhin stark erhöhte Wasserstände am Boden-, Vierwaldstätter- und Walensee 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 3 Bodensee 12.06.19, 12 Uhr 17.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Vierwaldstättersee, Walensee 12.06.19, 12 Uhr 17.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Linthkanal, Reuss von Vierwaldstättersee bis Mündung Kleine Emme, Rhein von Bodensee bis Mündung Thur 12.06.19, 12 Uhr 17.06.19, 12 Uhr

Wetter  (Stand: 14.06.2019, 12:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Hinter dem Zwischenhoch von gestern Donnerstag steuerte ein Tiefausläufer über Westeuropa bereits in der Nacht auf Freitag wieder feuchtere und labiler geschichtete Luft von Südfrankreich her zur Nordwestschweiz. Dabei fielen im Jura bis Freitagvormittag mit eingelagerten Schauern und Gewittern maximal 5 bis 10 mm.

Nach einer kurzen föhnbedingten Beruhigung nimmt dann ab Freitagabend und in der Nacht auf Samstag die präfrontale Schauer- und Gewitterneigung in der West- und Nordwestschweiz sowie südlich der Alpen zu.

Nach einer weiteren kurzen Beruhigung folgt ab etwa Samstagmittag aus Westen eine Kaltfront mit eingelagerten kräftigen Schauern und Gewittern. Am Sonntag staut sich die eingeflossene kühlere Meeresluft vor allem noch am östlichen Alpennordhang. Sonst folgt etwas trockeneres und stabileres Hochdruckwetter nach.

Prognose

Nach einer kurzen trockenen Phase werden ab Freitagabend und in der Nacht auf Samstag in der West- und Nordwestschweiz sowie auf der Alpensüdseite 10 bis 20, mit eingelagerten kräftigen Schauern und Gewittern lokal 30 bis 50 mm erwartet. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 2900 und 3400 Metern.

Nach einer weiteren kurzen trockenen Phase am Samstagvormittag werden von etwa Samstagmittag bis Sonntag Mitternacht mit der Kaltfront 10 bis 20 mm, lokal mit eingelagerten kräftigen Schauern und Gewittern 30 bis 50 mm erwartet. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 2700 und 3200 Metern. In den süöstlichen Alpen gibt es wahrscheinlich kein oder nur wenig Regen.

Am Sonntag werden am östlichen Alpennordhang staubedingt nochmals 10 bis 20 mm erwartet. Die Schneefallgrenze liegt bei 2700 Metern. Sonst wird es ab Sonntag trockener und allmählich wieder wärmer.

 

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 14.06.2019, 12:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die Hochwasserlage hat sich wie erwartet im Verlaufe des Donnerstags leicht entspannt. Abnehmende Abflüsse wurden insbesondere in den Einzugsgebieten von Alpenrhein und Inn verzeichnet. Die Abflüsse haben dort inzwischen wieder die Gefahrenstufe 2 unterschritten. An den Seen werden trotz abnehmender Zuflüsse weiterhin stark erhöhte Wasserstände registriert. Am Bodensee steigt der Wasserstand gar weiter an, wenn auch etwas weniger dynamisch als in den Tagen zuvor. Dort wurde am Freitag die Schwelle zur Gefahrenstufe 3 überschritten. Am Vierwaldstätter- und Walensee haben sich die Wasserstände im Bereich der Gefahrenstufe 2 stabilisiert. An beiden Seen werden seit Donnerstag leicht abnehmende Wasserstände beobachtet. Die Ausflüsse aus den Seen befinden sich entsprechend den Entwicklungen der Seewasserstände weiter auf stark erhöhten Niveaus. Der Ausfluss aus dem Bodensee ist noch leicht steigend, die Ausflüsse aus dem Vierwaldstätter- und Walensee hingegen leicht fallend. Die genannten Seeausflüsse liegen weiterhin im Bereich der Gefahrenstufe 2.

Prognose

Die anhaltend instabile Wetterlage sorgt nur für eine zögerliche Entspannung der Hochwassersituation. Die Wasserstände am Boden-, Vierwaldstätter- und Walensee sowie deren Ausflüsse bleiben auch in den nächsten Tagen stark erhöht. Insbesondere am Bodensee und dessen Ausfluss werden sich die Anstiege des Wasserstands im Bereich der aktuellen Gefahrenstufen (Stufe 3 am Bodensee und Stufe 2 am Seeausfluss) am Wochenende noch fortsetzen. Erst danach ist mit einer Stabilisierung und nachfolgenden Abnahme der Wasserstände zu rechnen. Ein weiterer Anstieg in die Gefahrenstufe 4 ist nicht zu erwarten.

Am Vierwaldstätter- und Walensee werden die Wasserstände wie auch deren Seeausflüsse tendenziell weiter zurückgehen. Der Walensee könnte bereits am Wochenende den Bereich der Gefahrenstufe 2 verlassen. Am Vierwaldstättersee dauert die Warnsituation voraussichtlich noch bis zum Beginn der nächsten Woche an. Für den Inn werden weiter leicht sinkende Abflüsse vorhergesagt. Diese Warnung wird entsprechend aufgehoben. Allgemein bleiben jedoch die Gewässer in vielen Regionen im Alpenraum aufgrund der Disposition (gesättigte Böden, Schneeschmelze und lokale gewittrige Niederschläge) weiterhin anfällig für kurzfristige Abfluss- und Wasserstandsanstiege.

 

 

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Bodensee (Obersee) - Romanshorn 3 396.90 - 397.00 m ü. M. 16.06.19, 12:00 Uhr - 17.06.19, 12:00 Uhr

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