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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Montag, 17. Juni 2019 12:00 Uhr
Nächste Information: Donnerstag, 20. Juni 2019 12:00 Uhr


Zögerliche Entspannung der Hochwasserlage 

Weiterhin stark erhöhte Wasserstände am Boden- und Vierwaldstättersee. Entwarnung für den Walensee. 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 3 Bodensee 12.06.19, 12 Uhr 21.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Vierwaldstättersee 12.06.19, 12 Uhr 21.06.19, 12 Uhr
Hochwasser 2 Reuss von Vierwaldstättersee bis Mündung Kleine Emme, Rhein von Bodensee bis Mündung Thur 12.06.19, 12 Uhr 21.06.19, 12 Uhr

Wetter  (Stand: 17.06.2019, 12:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Kurzer Rückblick von Freitagmittag bis Montagmittag:

Gegen Freitagabend gab es im Süden stellenweise etwas Niederschlag, teils auch Gewitter. Am Samstagmorgen wurden über dem zentralen Alpenkamm nordwärts und etwas länger andauernd entlang des Juras noch Schauer beobachtet. Etwa Mitte Nachmittag entstanden im oberen Simmental erste Schauerzellen, die sich Richtung Thun verlagerten und zu Gewittern ausbildeten, kleinere Zellen auch im Basler Jura. Eine kräftige Gewitterlinie zog am Samstagabend mit lokal starkem Regen und Hagel über weite Teile der Schweiz nordostwärts. Am heftigsten wütete sie in der Genferseeregion. Cossonay registrierte maximal 40 mm in 20 Minuten. Am späten Abend wurden auch im Tessin einige lokal kräftigere Gewitter beobachtet. In der Nacht auf Sonntag und am Sonntagvormittag gab es im östlichen Jura und in der Nordschweiz noch letzte Schauer, sonst war es am Sonntag und am Montagvormittag unter Hochdruckeinfluss trocken.

Prognose

Die Luftdruckgegensätze am Boden werden über Mitteleuropa bis am Donnerstag allmählich flacher. Gleichzeitig fliesst in der Höhe mit einer langsam zunehmenden Südwestströmung sehr warme und labil geschichtete Luft zur Schweiz. Während die Schauer- und Gewitterneigung heute Montag noch recht gering ist und sich im wesentlichen auf die Alpen beschränkt, ist sie am Dienstag und am Mittwoch bereits etwas höher und verbreiteter. Dabei können mit kräftigen Zellen lokal 30 bis 50 mm in kurzer Zeit fallen, jeweils speziell in den Voralpen und Alpen sowie in der zweiten Tageshälfte. Am Donnerstag überquert dann wahrscheinlich eine schwache Kaltfront mit eingelagerten Schauern und Gewittern die ganze Schweiz von West nach Ost. Dabei werden verbreitet 5 bis 15 mm, lokal mit eingelagerten kräftigen Schauern und Gewittern, vor allem in den Bergen, 30 bis 50 mm Regen erwartet. Die Schneefallgrenze liegt während der ganzen Periode zwischen 2900 und 3400 Metern.

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 17.06.2019, 12:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die Gewitter und Starkregen vom Samstag auf Sonntag führten verbreitet zu kurzzeitigen Abflusszunahmen und weiter steigenden Seepegeln. Am Bodensee wurde in den letzten beiden Tagen ein Anstieg des Seewasserstandes von 8-10 cm beobachtet. Der Bodensee befindet sich weiter im Bereich der Gefahrenstufe 3. Die Pegel des Vierwaldstätter- und Walensees haben sich im Verlaufe des Sonntags stabilisiert und sinken nun wieder. Am Vierwaldstättersee werden weiterhin Wasserstände im Bereich der Gefahrenstufe 2 gemessen, wohingegen der Walensee diese Gefahrenstufe bereits unterschritten hat.

Die Seeausflüsse sind weiter stark erhöht. Der Ausfluss aus dem Bodensee nahm zuletzt noch leicht zu. Er befindet sich weiterhin im Bereich der Gefahrenstufe 2. Die Ausflüsse aus dem Vierwaldstätter- und Walensee sind seit Sonntag wieder fallend. Für den Ausfluss aus dem Vierwaldstättersee werden nach wie vor Abflüsse im Bereich der Gefahrenstufe 2 beobachtet. Der Ausfluss vom Walensee hat die Schwelle zur Gefahrenstufe 2 knapp unterschritten.

 

Prognose

Die Hochwasserlage am Boden- und Vierwaldstättersee wird sich trotz freundlicher Wetterentwicklung nur zögerlich entspannen, da die Zuflüsse aufgrund von Schneeschmelze weiter erhöht bleiben. Die Seewasserstände werden somit auch in den nächsten Tagen im Bereich der aktuellen Gefahrenstufen verharren (Stufe 3 am Bodensee und Stufe 2 am Vierwaldstättersee). Für den Bodensee werden keine oder nur geringfügige weitere Anstiege des Wasserstandes vorhergesagt. Hier wird in der zweiten Wochenhälfte mit einer zunehmenden Entspannung gerechnet. Am Vierwaldstätter- und Walensee wird sich die sinkende Tendenz bei den Wasserständen fortsetzen. Trotzdem verbleibt der Vierwaldstättersee auch in den nächsten Tagen noch im Bereich der Gefahrenstufe 2. Der Walensee kann hingegen entwarnt werden.

 

 

 

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