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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Samstag, 26. Juli 2025 11:00 Uhr
Nächste Information: Sonntag, 27. Juli 2025 11:00 Uhr

Intensiver Dauerregen am Alpennordhang. Hochwassergefahr an kleineren und mittleren Flüssen. 

Zwischen Samstagmorgen und Dienstagmorgen fallen am Alpennordhang intensive Niederschläge. 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 3 Alpennordhang 26.07.25, 09 Uhr 29.07.25, 06 Uhr
Hochwasser 2 Berner Oberland, zentraler Alpennordhang, östlicher Alpennordhang 26.07.25, 11 Uhr 29.07.25, 11 Uhr

Wetter - Aktuelle Situation  (Stand: 26.07.2025, 11:00 Uhr)

Allgemeine Lage

Ein Höhentief mit feuchter und labiler Luft bestimmt das Wetter im Alpenraum. Bis am Sonntagnachmittag bilden sich dabei zahlreiche, meist isolierte Schauer. Tagsüber sind auch einzelne Gewitter mit lokal hohen Niederschlagsintensitäten dabei. Am Sonntagabend erreicht eine Kaltfront die Alpennordseite. Mit Nordwestwind stellt sich dabei eine Stausituation mit teils ergiebigen Niederschlägen am Alpennordhang ein, welche bis am Dienstag andauert.

Rückblick

Der Juli 2025 ist bislang bereits zu nass, insbesondere in den gewarnten Gebieten des Alpennordhangs. In den vergangenen Tagen herrschte unbeständiges Wetter mit zahlreichen Schauern und Gewittern, so dass die Böden reichlich angefeuchtet sind. In den frühen Morgenstunden des Samstags, 26. Juli fielen in den gewarnten Gebieten bereits 5 bis 20 mm, in Teilen der Kantone Schwyz und Glarus lokal 30 mm Regen. 

Wetter - Prognose  (Stand: 26.07.2025, 11:00 Uhr)

Wahrscheinlichste Entwicklung

Zwischen Samstagvormittag und Dienstagmorgen werden entlang des Alpennordhangs vom Berner Oberland, über die Zentralschweizer und Glarner Alpen bis zum Alpstein verbreitet 80 bis 120 mm Regen erwartet. Da die Niederschläge oft konvektiven Charakter aufweisen, sind lokal Niederschlagssummen bis zu 150 mm möglich. Die Schneefallgrenze liegt bis Sonntagnachmittag noch bei rund 3000 m und sinkt am Montag auf 2500 m ab. An den nördlichen und teils südlich angrenzenden Gebieten werden etwa im selben Zeitraum 50 bis 90 mm erwartet.

Unsicherheiten

Die Modellrechnungen zeigen von Lauf zu Lauf ähnliche Niederschlagsmengen. Unsicherheiten ergeben sich auf Grund der am Samstag und am Sonntag schwer zu positionierenden Gewitter. Auch in der am Montag anschliessenden Stauphase sind einzelne kräftige Schauer, teils in Form von "Schauerstrassen" in der Strömung eingelagert, welche erfahrungsgemäss kaum mehrere Tage im Voraus exakt lokalisiert werden können. Die Schneefallgrenze dürfte auch in den Alpentälern kaum unter die 2000-Meter-Marke absinken. 

Die intensivste Phase des Ereignisses wird von den Modellrechnungen zwischen dem späten Sonntagnachmittag und dem Montagabend vorhergesagt. Es besteht die Möglichkeit, dass in dieser Phase die Warnung der Stufe 2 für Niederschlagssummen von 30 bis 50 mm innert 24 Stunden auch auf weitere Teil des Flachlandes ausgeweitet wird. Am Dienstag lassen die Niederschläge allmählich nach. 

 

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 26.07.2025, 11:05 Uhr)

Aktuelle Situation

Derzeit werden am Alpennordhang und dem angrenzenden Mittelland mehrheitlich der Jahreszeit entsprechende Wasserstände beobachtet. 

Prognose

Die erwarteten Niederschläge werden in den nächsten Tagen zu verbreiteten Abflussanstiegen führen, insbesondere an den kleineren und mittleren Flüssen am Alpennordhang und angrenzenden Gebieten. Für die Flüsse in diesen Regionen wird von Samstag bis Dienstag eine regionale Hochwasserwarnung der Stufe 2 ausgegeben. Grössere Gewässer werden im Verlaufe des Niederschlagsereignisses ebenfalls mit teils deutlichen Pegelanstiegen reagieren. Am Montag und Dienstag werden hier die Pegelhöchststände erwartet. Aufgrund der vorhergesagten Niederschlagsmengen sind deutliche Pegelanstiege insbesondere auch an den Alpenrandseen zu erwarten.