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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Montag, 28. Juli 2025 11:00 Uhr
Nächste Information: Dienstag, 29. Juli 2025 11:00 Uhr

Intensiver Dauerregen am Alpennordhang. Weiterhin mässige Hochwassergefahr an mehreren Flüssen und Seen auf der Alpennordseite. 

Bis Dienstagmorgen fallen am Alpennordhang intensive Niederschläge. Die Aare bis Bern und die Reuss sowie der Vierwaldstätter- und Brienzersee führen Hochwasser der Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr). Weitere Gewässer weisen deutlich erhöhte Pegelstände auf. 
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Regen 4 Erstfeld-Engelberg, Flüelen-Unterschächen, Gersau-Engelbergertal, Glarus Nord-Mitte, Meiringen-Gadmertal, Muotathal 27.07.25, 11 Uhr 29.07.25, 06 Uhr
Regen 3 Alpennordhang 26.07.25, 09 Uhr 29.07.25, 06 Uhr
Hochwasser 2 Berner Oberland, zentraler Alpennordhang, östlicher Alpennordhang 26.07.25, 11 Uhr 29.07.25, 11 Uhr
Hochwasser 2 Aare-Bern, Aare-Ringgenberg, Brienzersee, Linth-Weesen, Reuss-Luzern, Reuss-Mellingen, Thunersee, Vierwaldstättersee, Walensee, Zürichsee 28.07.25, 00 Uhr 31.07.25, 11 Uhr

Wetter - Aktuelle Situation  (Stand: 28.07.2025, 11:00 Uhr)

Allgemeine Lage

Der Alpenraum liegt in einer umfangreichen Tiefdruckzone, die sich vom Nordmeer bis nach Südosteuropa erstreckt. Mit nördlichen Höhenwinden wird feuchte und kühle Luft zur Alpennordseite transportiert. Am Alpennordhang hat sich eine Nordstaulage eingestellt, die bis Dienstagmorgen anhält.

Rückblick

Seit dem frühen Samstagmorgen sind in weiten Teilen der Schweiz Schauer und Gewitter niedergegangen.  Mit Nordwest- und Nordstau fielen am Alpennordhang verbreitet 40 bis 70 mm Niederschlag. Am zentralen Alpennordhang, insbesondere in Teilen der Kantone Bern, Nid- und Obwalden, Uri, Schwyz, Luzern sowie Glarus kamen bisher 70 bis 100 mm Niederschlag zusammen. Auch im Flachland kamen mit kräftigen Gewittern, insbesondere im Kanton Aargau, Zürich und Luzern teils 70 bis 100 mm zusammen.

Über 100 mm wurden in Näfels GL, Bürglen/Selez UR, Gadmen BE und Bözberg AG gemessen. Am Bözberg fielen 83 mm in nur einer Stunde.

Die Schneefallgrenze lag am Samstag auf rund 3000 Metern und sank am Sonntag auf 2600 bis 2800 Meter, in der Nacht auf Montag teils auf 2500 Meter.

Wetter - Prognose  (Stand: 28.07.2025, 11:00 Uhr)

Wahrscheinlichste Entwicklung

Auch am Montag dauern die Niederschläge in Form von Schauern oder einzelnen Gewittern an und stauen sich am Alpennordhang. In der Nacht auf Dienstag lassen die Niederschläge allmählich nach. Bis Dienstagmorgen werden am zentralen und östlichen Alpennordhang nochmals verbreitet 15 bis 40 mm Regen erwartet, lokal bis 50 mm.

Die Warnungen der Stufe 3 und 4 bleiben unverändert bis am frühen Dienstagmorgen aktiv. Die Schneefallgrenze liegt um 2400 Meter.

Unsicherheiten

Die Modellrechnungen zeigen im Flächenmittel von Lauf zu Lauf recht ähnliche Niederschlagsmengen. In der Stauphase sind einzelne kräftige Schauer, teils in Form von "Schauerstrassen" in der Strömung eingelagert, welche erfahrungsgemäss nur sehr kurzfristig exakt lokalisiert werden können, aber punktuell auch nochmals bis 60 mm Niederschlag bringen könnten.

Mit kräftigem Niederschlag in den Alpentälern sinkt die Schneefallgrenze möglicherweise vorübergehend gegen 2200 Meter ab.

Fliessgewässer und Seen  (Stand: 28.07.2025, 11:00 Uhr)

Aktuelle Situation

Die gefallenen Niederschläge haben in den betroffenen Regionen zu deutlichen Abfluss- und Pegelanstiegen geführt. Der Pegel des Vierwaldstättersees stieg in den letzten 24 Stunden um weitere 10 cm an und liegt inzwischen nur noch knapp unterhalb der Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr). Der Seeausfluss erhöhte sich mit steigendem Seepegel ebenfalls. Die Reuss bei Luzern verzeichnet seit Sonntagnacht Abflüsse in der Gefahrenstufe 2. Wasserstände an der Schwelle zur Gefahrenstufe 2 werden derzeit auch am Brienzersee beobachtet. Die Aare unterhalb des Brienzer- und Thunersees führt Hochwasser. In Ringgenberg und Bern werden Abflüsse der Gefahrenstufe 2 registriert. Die Abflussbereitschaft der Böden ist verbreitet weiter stark erhöht.

Prognose

Die vorhergesagten Niederschläge werden die Zuflüsse zu den Seen weiterhin auf erhöhtem Niveau halten und damit die Seepegel weiter ansteigen lassen. Am Vierwaldstättersee wird das Erreichen der Gefahrenstufe 2 im Verlaufe des Montags erwartet. Danach wird der Seepegel weiter ansteigen und voraussichtlich am Dienstagabend seinen Höchstwert innerhalb der Gefahrenstufe 2 erreichen. Der Seeausfluss, die Reuss bei Luzern, wird stark erhöht in der Gefahrenstufe 2 verbleiben. Am Brienzersee wird sich der Pegelanstieg ebenfalls bis zum Dienstag fortsetzen. Die Aare unterhalb des Brienzer- und Thunersees wird voraussichtlich noch bis zur Wochenmitte Hochwasserabflüsse in der Gefahrenstufe 2 führen.

Die aktuellen Vorhersagen gehen nicht davon aus, dass die Pegel vom Walen- und Zürichsee die Gefahrenstufe 2 erreichen. Auch am Thunersee ist nicht sicher, ob die Gefahrenstufe 2 erreicht wird. Für den heutigen Montag sind jedoch weitere Niederschläge und erhöhte Seezuflüsse wahrscheinlich. Die bestehenden Warnungen werden daher auch für die zuvor genannten Seen aufrechterhalten.

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Bern 2 380 - 400 m³/s 28.07.25, 12 Uhr - 23 Uhr
Aare-Ringgenberg 2 185 - 200 m³/s 29.07.25, 00 Uhr - 18 Uhr
Brienzersee - Ringgenberg 2 564.75 - 564.85 m ü. M. 29.07.25, 00 Uhr - 18 Uhr
Reuss-Mellingen 2 430 - 480 m³/s 28.07.25, 15 Uhr - 21 Uhr
Vierwaldstättersee - Luzern 2 434.0 - 434.1 m ü. M. 29.07.25, 12 Uhr - 30.07.25, 06 Uhr